Das Casino di Campione, Europas ältestes Spielcasino, liegt an den Ufern des Luganersees in der vom Schweizerischen Kanton Tessin umgebenen Italienischen Enklave Campione d‘Italia. Was den Luganersee so herrlich und einzigartig macht, ist vor allem die Tatsache, dass sich dieser uralte See (dessen Ufer bereits in der Steinzeit besiedelt wurden) sowohl in Schweizerischem als auch Italienischem Gebiet befindet.
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Das älteste Casino Europas steht vor dem endgültigen Aus

Magda Kruschwitz - 30 Jänner 2019

Ein historisches Casino am EndeDas Casino di Campione, Europas ältestes Spielcasino, liegt an den Ufern des Luganersees in der vom Schweizerischen Kanton Tessin umgebenen Italienischen Enklave Campione d‘Italia. Was den Luganersee so herrlich und einzigartig macht, ist vor allem die Tatsache, dass sich dieser uralte See (dessen Ufer bereits in der Steinzeit besiedelt wurden) sowohl in Schweizerischem als auch Italienischem Gebiet befindet. Das historische Casino bleibt nun wohl aber, ungeachtet seines einzigartigen Standortes an dieser angesehenen Kulturstätte, endgültig und für alle Zeit geschlossen.

Vergangenen Montag sind über 200 Gläubiger mit ihrer Klage zu einem Gericht in Como (Lombardei) gegangen, um eine Chance auf das Geld zu haben, das ihnen dieses ehemals größte betriebene Casino Europas nach wie vor schuldig ist. Und leider handelt es sich bei der ganzen Aktion wahrscheinlich um den letzten sinnvollen Versuch der Italienischen Enklave, dem durch Bankrott und vielerlei Schließungen bedrohten Ende ihrer Gemeinde zu entgehen.

Laut Fiorenzo Dorigo, einem Maschinentechniker, der von dem kränkelnden Glücksspiel Unternehmen gekündigt wurde, sei nicht nur das Casino selber sondern mittlerweile der ganze Ort quasi zum sinkenden Schiff geworden. Dorigo hatte als einer von 486 Mitarbeitern im vergangenen Juli, als das Glücksspiel Unternehmen Konkurs anmelden musste, von einem auf den anderen Tag keine Arbeit mehr, und er ist seither, wie so viele andere, auch nicht mehr entlohnt worden. Der jetzt arbeitslose Techniker gab an, dass seine Ehefrau einen Friseur- und Schönheitssalon betreibe, und dieses Unternehmen ebenso damit zu kämpfen hätte, diese schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu überleben.

Ein Lokales Geschäftszentrum

Das Hauptproblem ist offensichtlich, dass der ganze das Casino umgebende Ort schon seit langer Zeit von dieser Spielstätte wirtschaftlich abhängig ist, die von 1917 bis 1919 erstmalig in Betrieb war und 1933 von Mussolini wiedereröffnet wurde. Das Spielcasino kann dabei vielleicht nicht direkt für das Arbeitsverhältnis von über 2.000 Einheimischen verantwortlich gemacht werden, trotzdem aber sind viele anderen Wirtschaftszweige nun direkt von seinem Untergang betroffen. Ohne Spielbank hat die Gemeinde selber z. B. keine nennenswerten Einkünfte mehr, weil der Beamtenapparat von den Steuereinnahmen natürlicher Personen in der 2.000-Seelen-Gemeinde einfach nicht mehr finanziert werden kann, weshalb schon vergangenen Juli 86 von 102 Angestellten entlassen bzw. in den so genannten „Mobilitätsstatus“ versetzt wurden, der bei Massenentlassungen geltend gemacht werden kann. Auch bei der Gemeindepolizei blieben so nur noch 2 von 22 Beamten übrig und sogar der Kindergarten wurde nach den Sommerferien nicht mehr geöffnet.

Viele Jahre lang war die Situation besonders für die kleinere Unternehmen im Ort äußerst aussichtsreich und lukrativ. Es gab in der ganzen umliegenden Region nämlich nicht wirklich viele andere lizenzierte Spielbetriebe, und das alte klassische Casino, das auf eine lange Tradition zurückblicken konnte, blieb für viele Spieler daher immer die erste Wahl. Als man dann allerdings im Jahre 2007 beschloss, neu zu investieren, das alte Gebäude einzureißen und einen ultramodernen Glücksspielpalast mit 56 Spieltischen plus über 500 Spielautomaten auf 55.000 Quadratmetern und 9 Stockwerken zu errichten, war das leider der Anfang vom Ende.

Italien schwer von der Weltwirtschaftskrise betroffen

Kaum ein Jahr später wurde Italien von den Auswirkungen der Großen Rezession (die mit der Globalen Finanzkrise 2007 ihren Anfang nahm) erfasst. Und zusätzlich erschwerten es dem Casino di Campione das Erstarken des Schweizer Franken sowie der Konkurrenz im Glücksspielbereich, und natürlich auch der immer weiter wachsende Bereich des Online Glücksspiels immer mehr, sich aus einem immer bedrohlicher werdenden Schuldenberg herauszuarbeiten, bis dieser im vergangenen Juli angeblich auf 132 Millionen Euro angewachsen war.

Weder Italien noch das Casino haben sich wirklich von der bereits 10 Jahre zurückliegenden Krise erholt, und ein Großteil der Schulden liegen eben bei den erwähnten Gläubigern in der Gemeinde selbst.

Es existieren verschiedene Notfallpläne, wobei es am populärsten bzw. sinnvollsten erscheint, das Casino entweder neu eröffnen zu lassen oder eventuell sogar zuzustimmen, dass die gesamte Enklave an die Schweiz annektiert wird. Den Bürgern von Campione d’Italia, von denen nur diejenigen mit Hauptwohnsitz in der Schweiz überhaupt Anspruch auf Arbeitslosenhilfe haben, bleibt es inzwischen nur übrig, auf ein Ende ihrer Not zu hoffen.

Sources:

https://www.telegraph.co.uk/

https://www.tagblatt.ch/wirtschaft/

https://opinionator.blogs.nytimes.com/

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